Glücksspielsucht / Computerspielsucht
Glücksspielsucht
Ein Glücksspiel ist ein Spiel, bei dem Geld eingesetzt wird und der Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt.
Dazu zählen auch Wetten und Spielformen mit minimalem Kompetenzanteil (z. B. Sportwetten, Spielformen mit Glücksspielcharakter (Gewinnhotlines, hochspekulative Börsengeschäfte) fallen ebenfalls darunter
Quelle: Caritas
- Erlaubt sind nur staatlich kontrollierte Glücksspiele mit behördlicher Genehmigung.
- Verboten sind in Deutschland u. a.
- Private Sportwettbüros
- Nicht lizenzierte Internet-Glücksspiele
Geldspiele in privatem Rahmen (Pokerrunden, Karten- oder Würfelspiele um Geld)
Quelle: Caritas
Besonders hohes Suchtpotenzial haben Spiele mit:
- Kurzer Spielabfolge/Ereignisfrequenz (z. B. Geldspielautomaten)
- Fast-Gewinnen (häufige, knapp verfehlte Gewinnsymbole)
- Verschleiertem Geldeinsatz (Jetons, virtuelle Einsätze per Kreditkarte
Vielfältigen Einsatz- und Gewinnmöglichkeiten (höheres Dosissteigerungsrisiko)
Quelle: Caritas
Hinweise auf problematisches Spielverhalten (bei ≥ 2 „Ja“-Antworten → Beratungsbedarf):
- Gedanken kreisen ständig ums Glücksspiel
- Häufigeres oder höheres Setzen
- Unruhe/Gereiztheit ohne Spielmöglichkeit
- Spielen als Stressbewältigung
- Fehlgeschlagene Abbruchversuche
- Verheimlichen des Spielens vor Familie/Freunden
Fortgesetztes Spielen trotz finanzieller und sozialer Schäden
Quelle: Caritas
Ja. Seit 2001 gilt Glücksspielsucht als eigenständiges Krankheitsbild innerhalb der psychischen Störungen (ICD-10: Impulskontrollstörung, operationalisiert als Abhängigkeitssyndrom).
Daraus ergeben sich Behandlungsanspruch, Nachsorge und Berufliche Rehabilitation.
Quelle: caritas.de
- Telefonische Beratung (kostenfrei)
- BZgA-Beratungstelefon Glücksspielsucht: 0800 1372700
- Hotline Glücksspielsucht: 0800 0776611
- Online-Beratung Caritas: caritas.de/onlineberatung/suchtberatung
- Portale & Verbände
- Fachverband Glücksspielsucht e. V.: gluecksspielsucht.de
- Check-dein-Spiel (BZgA + Lottoblocks): check-dein-spiel.de
Landesfachstellen (z. B. NRW, Saarland) bieten regionale Hilfeverzeichnisse
Quelle:caritas.de
- Vermeide alle Formen von Glücksspiel konsequent.
- Spreche mit Vertrauenspersonen über deine Situation.
- Trage wenig Bargeld, nutze Daueraufträge.
- Gib EC-Karte und Budget-Verantwortung jemandem, dem du vertraust.
- Knüpfe Kontakte zu Nicht-Spielern, suche dir neue Hobbys.
- Lass dich in Sperrsysteme (z. B. OASIS) eintragen.
Tritt Selbsthilfegruppen bei (z. B. Gamblers Anonymous).
Quelle: caritas.de
Computerspielsucht
Computerspielsucht bedeutet, dass das Spielen so viel Raum einnimmt, dass Schule, Arbeit, Gesundheit oder soziale Kontakte darunter leiden.
(Quelle: BIÖG:Gamescom 2024 – Neue BZgA-Daten: Zunehmende Internetnutzung kann psychisch belasten)
Verboten sind nicht Computerspiele an sich, sondern nur bestimmte Inhalte wie Glücksspiele oder Spiele ohne Jugendfreigabe für Kinder und Jugendliche. Übermäßiges Spielen ist nicht verboten – kann aber krank machen.4
Besonders Online-Rollenspiele, Ego-Shooter oder Spiele mit Belohnungssystemen (z. B. Lootboxen) können abhängig machen, weil sie ständige Reize und Belohnungen bieten.
- Ich spiele deutlich länger als geplant.
- Schule, Arbeit oder Hobbys geraten in den Hintergrund.
- Ich fühle mich gereizt oder unruhig, wenn ich nicht spielen kann.
- Ich vernachlässige Schlaf, Bewegung oder Freundschaften.
Ja. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Computerspielsucht 2018 offiziell als Krankheit („Gaming Disorder“) anerkannt
(Quelle: ICD-11 für Mortalitäts- und Morbiditätsstatistiken)
- Suchtberatungsstellen vor Ort
- Gesundheitsämter
- Ärztinnen, Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten
- Online-Beratungsangebote für Jugendliche und Eltern