Porno-/Sexsucht
Pornosucht
Unwiderstehliches Verlangen, immer wieder pornografische Inhalte – meist online – anzusehen, ohne Kontrolle und trotz negativer Folgen für Alltag und Beziehungen.
Quelle: Zentrum für Verhaltenssucht
Jeder Blick auf Pornos löst im Gehirn eine Welle von Dopamin, Serotonin und Endorphinen aus – den „Glückshormonen“. Mit der Zeit braucht das Gehirn immer neue Reize, um dasselbe Hochgefühl zu produzieren, und das Verlangen wächst.
- Belastende oder traumatische Erlebnisse
- Negative sexuelle Erfahrungen
- Fehlende Bewältigungsstrategien für schwierige Situationen
- Geringe Unterstützung durch Freundinnen und Freunde oder Familie
- Vorhandene psychische Erkrankungen wie Depression oder Angststörungen
Hohe Impulsivität oder starke Ängstlichkeit
Quelle: FragZebra
- Beziehungsprobleme: Weniger echte Intimität, mögliche sexuelle Funktionsstörungen
Psychische Folgen: Verstärkte Angst, Depression, Rückzug aus dem sozialen Leben
Quelle: FragZebra
Warnsignale sind u.a.
- Schwierigkeiten beim Aufhören: Der Versuch, den Konsum zu reduzieren oder ganz zu stoppen, scheitert immer wieder.
- Hoher Zeitaufwand: Pornokonsum nimmt übermäßig viel Zeit ein, sodass Arbeit, Ausbildung oder andere Verpflichtungen leiden.
- Vernachlässigte Lebensbereiche: Beziehungen, Freundschaften, Schlaf oder Hobbys werden zunehmend verdrängt.
- Dauerhafte Gedanken: Pornografie wird zu einem ständigen Thema im Kopf.
- Verlust sexueller Erfüllung: Häufig wirkt realer Sex weniger erregend; Betroffene suchen nach immer extremeren Reizen und haben eine erhöhte Toleranz gegenüber extremen Inhalten.
Scham und Schuldgefühle: Schon während oder nach dem Konsum entstehen negative Gefühle, die das Problem verstärken können.
Quelle: FragZebra
- Suchtberatungsstellen: z. B. örtliche Caritas-Suchtberatungsstellen, Pro Familia oder über das DHS-Suchthilfeverzeichnis DHS
- Online-Beratung: Caritas-Onlineberatung unter caritas.de/onlineberatung/suchtberatung caritas.de
Sexsucht
Die WHO führt sie in der ICD-11 als „Compulsive Sexual Behaviour Disorder“: Betroffene verlieren die Kontrolle über intensive sexuelle Impulse und wiederholen Handlungen, obwohl sie dadurch Schaden nehmen.
Typisch ist ein Teufelskreis aus steigender innerer Anspannung vor dem sexuellen Verhalten, kurzfristiger Entladung/Befriedigung und anschließender Frustration oder Schuld – immer begleitet von einem starken Drang, das Verhalten zu wiederholen.
- Gesundheit: Ungeschützter Sex mit Risiko für sexuell übertragbare Infektionen
- Recht/Soziales: Probleme bei Fremdgehen, Sexting, eventuell rechtliche Folgen
- Beziehungs- und Familienkonflikte, möglicher Trennungs- oder Jobverlust
- Psychische Belastung: Scham, Angst vor Entdeckung, depressive Verstimmungen
- Kontrollverlust: Das sexuelle Verhalten lässt sich trotz des Wunsches danach nicht mehr stoppen oder einschränken.
- Zwanghaftigkeit: Gedanken kreisen permanent um Sex, Pornos oder Fantasien. Sex wird oft nicht mehr zur Lust, sondern zur Stressbewältigung eingesetzt.
- Risikoverhalten: Eingehen von gefährlichen sexuellen Praktiken (z.B. ungeschützter Sex, illegale Handlungen) oder riskanten Seitensprüngen, ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit oder Partnerschaft.
- Vernachlässigung: Wichtige Lebensbereiche wie Arbeit, soziale Kontakte, Hobbys oder die eigene Gesundheit werden zugunsten sexueller Aktivitäten vernachlässigt.
- Keine echte Befriedigung: Häufig führt die Ausübung nicht zu nachhaltiger Freude, sondern wird von Scham, Reue, Angst oder emotionaler Leere gefolgt.
- Psychotherapie: Spezialisierte Sexual- oder Verhaltenstherapie
- Selbsthilfegruppen: z. B. Sex Addicts Anonymous (SAA)
- Suchtberatungsstellen und Caritas-Onlineberatung DHScaritas.de
- Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe JJ e.V.